Ablauf der Ausbildung

Ausbildungsorte sind die Ausbildungsbetriebe und die Berufsschule für Industriekaufleute. In Hamburg wird nach dem ferienbezogenen Blockmodell ausgebildet. Der Auszubildende befindet sich für einen längeren Zeitraum nur in der Schule (Schulblock) oder nur im Ausbildungsbetrieb. Die Schulblöcke liegen stets zwischen zwei Ferienzeiten. Auszubildende mit einer zweieinhalbjährigen Ausbildung haben fünf Schulblöcke; bei einer dreijährigen Ausbildung sind es sechs Schulblöcke.

Grundsätzlich dauert die Ausbildung drei Jahre, wird jedoch in den meisten Fällen auf zweieinhalb Jahre verkürzt. In seltenen Fällen wird diese auf zwei Jahre verkürzt.

Ausbildungsbeginn ist meist der 1. August oder der 1. September des laufenden Jahres. Die Ausbildung beginnt zunächst im Ausbildungsbetrieb. Der erste Schulblock beginnt nach den Hamburger Herbstferien des Jahres, in dem die Ausbildung begonnen wurde.

Es empfiehlt sich, sich schon frühzeitig zu bewerben, da die Ausbildungsverträge bei einigen Betrieben schon ein Jahr vor Ausbildungsbeginn geschlossen werden.

Weitere Informationen über den Ausbildungsberuf erhalten Sie bei unseren Ausbildungspartnern. Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsunternehmen bieten auch die Handelskammer mit der Lehrstellenbörse und die Agentur für Arbeit.

Inhalt der schulischen Ausbildung

Die Auszubildenden lernen in der Schule die betrieblichen Funktionen, Aufgaben und Abteilungen eines Industriebetriebes und deren Zusammenspiel kennen. Um die beruflichen Handlungskompetenzen für diesen Ausbildungsberuf zu erlangen, erhalten die Auszubildenden während der Berufsschulzeit 33 Unterrichtsstunden je Woche, die sich auf folgende Fächer verteilen:

  • Wirtschaft und Beruf: 7 Stunden
  • Beschaffung und Absatz: 5 Stunden
  • Produktion und Personaleinsatz: 5 Stunden
  • Bilanzierung und Finanzierung: 4 Stunden
  • Controlling und Kostenrechnung: 3 Stunden
  • Selbstlernphase: 2 Stunden
  • Fachenglisch: 4 Stunden
  • Wahlplichtkurs: 3 Stunden

Die folgenden Wahlpflichtkurse werden je nach  Ausbildungsdauer angeboten:

  • Produktionstechnik
  • Wasser- und Energietechnik
  • Arbeitsrecht
  • ECDL (Europäischer Computerführerschein) mit Zertifikatsprüfungen
  • BEC (Business English Certificate)
  • Projektmanagament
  • Selbstmanagement
  • Prozessmodellierung und –analyse mit
  • ARIS

Während der Ausbildung findet eine Projektwoche statt.

Es werden Klassenarbeiten geschrieben, und pro Schuljahr bekommen alle Schülerinnen und Schüler ein Zeugnis sowie am Ende des letzten Blockes ein Abschlusszeugnis.

Prüfung und Abschluss

Der Abschluss Industriekauffrau/ -mann ist staatlich anerkannt. Die Ausbildung ist zuletzt zum 31. Juli 2002 reformiert und den Anforderungen der Wirtschaft angepasst worden.

Zur Mitte der Ausbildungzeit findet eine Zwischenprüfung statt. Sinn der Zwischenprüfung ist es, den Auszubildenden eine Überprüfung ihres Leistungsstandes zu ermöglichen. Am Ende des letzten Ausbildungshalbjahres findet eine schriftliche Abschlussprüfung statt.

Diese beinhaltet die Prüfungsbereiche

  • Geschäftsprozesse (schriftlich)
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich)
  • Einsatzgebiet (mündlich)

Der Prüfungsbereich "Einsatzgebiet" bezieht sich vorwiegend auf das letzte Ausbildungshalbjahr (Einsatzgebiet) und findet in Form einer Präsentation und einem Fachgespräch zu einem Geschäftsprozess statt.

Die vier Prüfungsbereiche werden nach der Skala 1 bis 6 benotet, und bei Bestehen der Prüfung erhält der Prüfling ein entsprechendes Zeugnis darüber (Kaufmannsgehilfenbrief). Dieses Zeugnis ist bundeseinheitlich gestaltet und wird international anerkannt.

Mit dem Bestehen der Abschlussprüfung ist die Ausbildung beendet, und der Prüfling ist nun ab sofort Industriekauffrau/ -mann und hat.

Zusatzqualifikation - IK Plus

Industriekaufmann im Wandel

Das Anforderungsprofil des Industriekaufmanns unterliegt zur Zeit einem erheblichen Wandel. So fallen heute durch die Veränderungen im kaufmännischen Bereich komplexe Tätigkeiten an, die über die bisherigen berufsbezogenen Kenntnisse und Fertigkeiten hinaus insbesondere analytische Fähigkeiten und anwendungsbezogene EDV-Kenntnisse erfordern.

Außerdem hat der Anteil der Abiturienten unter den Auszubildenden in den letzten Jahren ständig zugenommen. Diese Schüler beginnen ihre Ausbildung mit wesentlich höheren Erwartungen an den Berufsabschluss, vor allen Dingen dann, wenn die Auszubildenden am Ende der Ausbildung kein Hochschulstudium anschließen wollen.

Der Ausbildungsgang "Ausbildung zur/zum Industriekauffrau/mann mit der Zusatzqualifikation kaufmännische Assistenz - Fachrichtung Informationsverarbeitung" hat zum Ziel, die Ausbildung von Industriekaufleuten durch zusätzliche Inhalte auszuweiten. Einerseits lernen die Auszubildenden auf betrieblicher Seite zusätzliche Abteilungen kennen, andererseits kann auf schulischer Seite aufgrund eines hohen Datenverarbeitungs-Stundenanteils intensiv an moderner Software geschult werden. Dabei wird durch Anwendungsbeispiele aus Industriebetriebslehre und Rechnungswesen eine starke Fächerintegration erreicht.

Durch die dreijährige Ausbildungszeit können in der Schule verstärkt neue Unterrichtsformen (z.B. Projektarbeit) eingesetzt werden, um so neben der Fachkompetenz die Schlüsselqualifikationen Methoden-, Handlungs- und Sozialkompetenz besser vermitteln zu können.

Erfahrungen

Unsere Erfahrungen mit diesem kombinierten Ausbildungsgang sind durchweg gut: Es haben bisher regelmäßige Gesprächsrunden zwischen den beteiligten Betrieben und der Schule stattgefunden, was zu einer engeren Zusammenarbeit innerhalb des dualen Systems geführt hat.

Besonders positiv hat sich die dreijährige Ausbildungszeit ausgewirkt, da sie die Möglichkeit zu einer umfassenderen und intensiveren Ausbildung in beiden Lernorten bietet.

Da die Auszubildenden bis auf wenige Ausnahmen ihren beruflichen Werdegang in der Wirtschaft fortgeführt haben, könnte sich dieser Ausbildungsgang langfristig als echte Alternative zum Hochschulstudium erweisen.

Voraussetzungen

Der Ausbildungsvertrag muss über drei Jahre abgeschlossen werden. Dieser Vertrag kann nicht verkürzt werden, da sonst die Zusatzqualifikation "Kaufmännische Assistenz" nicht erworben werden kann.

Zugangsvoraussetzung ist die allgemeine Hochschulreife, die es der Schule ermöglicht, in der Stundentafel den Schwerpunkt auf Informationsverarbeitung zu legen.

Inhalte & Organisation

Der Unterricht findet während der dreijährigen Ausbildung im "Dualen System" in Blockform statt (6 Blöcke) und umfasst folgende Fächer: 

 

Fach

Wochenstunden

Informationsverarbeitung (einschl. Textverarbeitung)*

11

Beschaffung und Absatz (Marketing)*

5

Produktion und Werkstoffeinsatz

4

Bilanzierung und Finanzierung

3

Controlling und Kostenrechnung

4

Wirtschaft und Beruf

5

Fachenglisch*

4

Summe

35

* Schriftliche Prüfungsfächer in der kaufmännischen Assistenz-Prüfung

Am Ende des 6. Blockes legen die Auszubildenden zunächst die Handelskammerprüfung zur/zum Industriekauffrau/mann ab. Danach findet die Prüfung zur staatlich anerkannten kaufmännischen Assistenz - Fachrichtung Informationsverarbeitung - statt. (schriftliche Prüfung siehe Stundentafel, Erstellung und Präsentation einer Facharbeit, mündliche Prüfung in Fachenglisch und auf Antrag des Prüflings). 

Prüfung und Abschluss

Am Ende des sechsten Schulblocks legen die Auszubildenden zunächst die Handelskammerprüfung zur/zum Industriekauffrau/mann ab. Danach findet die Prüfung zur staatlich anerkannten kaufmännischen Assistenz - Fachrichtung Informationsverarbeitung statt.

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